21 April 2018

Türkei - rein war leicht, raus hoffentlich auch

Nach sechseinhalb Wochen ist bei Ipsala die Türkei erreicht. Freunde warnen zur Vorsicht. Bislang haben mich Glück und Instinkte auf allen Reisen beschützt. Nach erster, dreimonatiger Arbeit 1972 als Almsenner mit erster Ehefrau im geschenkten Heinkel-Roller nach Marokko,  mit dem Gefühl als "Alter Soldat" 1976 einsam auf dem Landweg bis und durch Indien, Ceylon, Philippinen, Thailand im Flieger über Moskau heim, immer hat die Existenz mich geschützt.



Alter Soldat, du hast deine Welt,
alter Soldat, nach rechtsaußen gestellt,
alter Soldat, in dem neuen Kleid,
alter Soldat, bist zum Sterben bereit

 vom (eigentlich besten = langjährigsten) Freund



Mittwoch morgen, der 18. April an der türkischen Grenze. Sie ist weitaus leichter zu passieren als die russische 2015 und 2016 mit Visen für 80 Euro pro Person. Wer durch Kalingrad nach Russland reist, braucht das russische Visum zweimal.



Gleichgültig, wohin mich meine Reisen führten, überall stehen Denkmäler vergangener Kriege. Hier ein Heldendenkmal in Alexandropoulis,....


.... 140 Kilometer weiter an den Dardanellen ein Soldatenfriedhof mit Statuen martialischer Vaterlandsverteidiger.

"Alter Soldat" - mein Reiselied von 1976 nach Indien


Ein einsamer Reisender lebt in einem "ungeschützten Raum". Man muss sich mit Lebensmitteln, das Auto mit Diesel und Gas versorgen, man muss einen sicheren Schlafplatz finden, man muss Wasser auffüllen, braucht Sanitäranlagen, Duschen und ab und an eine warme Mahlzeit. Schon auf meiner ersten Indienreise 1976 begleitete mich mein Lied "Alter Soldat". - "alt" damals mit 28 Jahren.

alter soldat du kennst die welt
 alter soldat du kennst das geld
 alter soldat kennst das leben und leid
 alter soldat bist zum sterben bereit.

 Wirklich alt heute mit 70 Jahre stellt sich eine Frage nach "links" oder "rechts" nicht, wichtig ist allein die Gesundheit, ein sicherer Platz für mein rollendes Haus, Ruhe, Strom,WiFi, Dusche, Sanitäranlagen, Wasser und Essen.



Das Lied besang mein Lebens- und Reisegefühl, mich dem Kampf mit einer unwirtlichen Umgebung ebenso zu stellen wie mit all den Menschen, die nicht immer Gutes im Schild führen. Wer sich auf Reisen unbedacht und unvorsichtig verhält, zieht Unglück an. So geschah es mir nach Winterwochen in Portugal auf der Rückfahrt in Spanien: "Granada Geist greift Geldbeutel."  Und der Diebestahl im April 2013 zwang mich zur übereilten Rückkehr, auch wenn mir zum Glück in Spanien ein Freund mit Geld aushalf.

So beginnt nun dieser Blog mit meinem Gefühl des "alten Soldaten", mit dem Soldatendenkmal in Alexandropouli und dem türkischen Denkmal auf meinemWeg zum Camp in Kabatepe.



Und der Blog beginnt deshalb damit, weil Eingans mein "eigentlich bester = langjährigsten Freund" seine Strophe an das Lied vom "Alten Soldaten" anhängt. Hannes schreibt dazu im Gelben Forum:
- ich habe jetzt auch den (eigentlich besten = langjährigsten) Freund verloren, z. B. weil er mir übel nimmt, dass ich einen Unterschied mache zwischen "Flüchtlingen" und meinen Vorfahren (ehemals Egerland). DIESER Riss geht durch Familien, auch durch meine. Ich glaube, wir treten in die Phase ein, wo sich viele "Linke" heute schon schämen für ihr "Engagement", denn die Folgen werden nun sichtbar. Nun reagieren sie gereizt, wenn man sie erinnert, kenne ich, von der "Wende" her, sogar Parteisekretäre waren überzeugt, "eigentlich immer schon dagegen gewesen" zu sein. Es läuft alles nach Plan.
Neue Freunde erzählen von ähnlichen traurigen Erlebnissen. Schulkameraden, Studienkollegen, Arbeitskollegen wenden sich angewidert ab, weil die geänderte "politische Richtung" (eigentlich bester = langjährigster) "Freunde" nicht mehr passt. Was geht ab in Buntschland? Wie blöd kann Deutschland werden?

Der Betreiber eines uralten Kirmeskarussels verursacht einen Skandal, weil ein Karusselauto ein gemaltes Nummernschild mit angeblich "rechtslastigen" Ziffern habe. Seit Jahren wundert mich wie Deutsche ihre Vergangenheit "bewältigen". Mittlerweile wundert mich über Buntschlands Blödheit nichts mehr


 


Oktober 2006 skandalisierte Medien eine andere Absurdität: Die Modefirma 'Esprit' hatte 200.000 Kataloge eingestampft, weil obiges Bild eines Lederknopfes an ein Hakenkreuz erinnere. Die Firma  'Esprit' zog alle Kataloge mit diesem Bild zurück. Die Staatsanwaltschaft in Düsseldorf kündigte weiteres Vorgehen gegen die Knöpfe an. Die "kriminellen Knöpfe" wurden in Großbritannien hergestellt, seit Jahrzehnten verkauft, ohne dass irgendeiner der vielen Abnehmer sich beklagt hätte

Harald Schmidt brachte vor großem Publikum die Absurdität dieser Vergangenheitsbewältigung oder -betrachtung auf den Punkt mit dem fröhlichen Spiel - Pocher als Partner : "Da spielt das Nazometer verrückt."

https://www.youtube.com/watch?v=Q9YRbIjrF88
8 Minuten 48 Sekunden

Weiter im Text: Benedit fragt, freundlich grüßend, anläßlich meines Outcomings als vom 68iger zum 18ener:

Wie kam es denn, dass Sie sich auf den Weg vom 68er zum 18er gemacht haben? Gab es irgendwelche Schlüsselerlebnisse? Was ist das grundlegende, was sich geändert hat?

Letzte Station in Griechenland: Alexandropouli

Springen wir, um uns nicht ins Politische zu verlieren,  zuvor zurück ins griechische Alexandropouli, wo mir der Platz ein weiteres kühles Mittelmeerbad schenkte.


Alexandropouli hat den Charme einer erholsamen Touristenstadt mit kleinen Geschäften und erholsamer Gastronomie. Das Camp ist gut organisiert, Stadt nah, ein Supermarkt gleich daneben.


Ein staatlicher Leuchtturm liegt zentral in der Stadt, der Hafen gleich dabei.


Zentral auch ein weiteres Heldendenkmal, mit Nationalfahnen ausstaffiert.


Eine Installation widmet sich den Artisten. Im Hintergrund müht sich ein altes Ehepaar, die Topfpflanzen auf der Ladefläche zu verstauen.


Gewissenhaft zu arbeiten, grenzt an Artistik, in Konkurrenz auch an Kampf.



Mit den Rentnern an der Mole zu sitzen - sitting at the dock of the bay - und Schiffe zu beobachten, entspannt vom Kampf des "Alten Soldaten.".

alter soldat nichts macht dir bang
 kein strudel des lebens kein donnerklang
 alter soldat kennst das leben das glück
 und weißt dich zu fügen in jedes geschick




Es ist 16.30, immer noch diese drückende Hitze. Die meisten Geschäfte sind noch geschlossen.


Unter dem Vordach einer Bank dösen Hunde. Sie heben kein Ohr, selbst wenn man sie beobachtet.

Vom 68iger zum 18ener


Zurück zu Benedikt und seinen ernsthaften Fragen. Meine sich mit dem Alter mildernde Einstellung war Jahrzehnte links von der Mitte. Anders wäre doch ein Berufsleben in Buntschland nicht zu bewältigen, es sei dann, man wäre beruflich "rechts" in der Politik oder einem "rechten" Verlag.

Dank unserer 68iger-Revolte rückte der Zeitgeist zunehmend nach links, linker, grüner und versiffter, arm aber sexy. Wer da nicht mitmacht, setzt sich schach matt.

https://www.youtube.com/watch?v=IVwAki29rzA&feature=youtu.be&list=PL4D67F23E7051106F
Am 05.04.2018 veröffentlicht 15 Minuten 58 Sekunden
Deutschland ist unser Problem. So lautete das 1945 veröffentlichte Buch des ehemaligen US-Finanzministers Henry Morgenthau jr., welches er zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 veröffentlicht hatte: Germany is our problem.

Als die Ketten meines Berufslebens von mir abfielen, rückte sich meine Welt zurecht. Wer sein Leben ohne Arbeit bedingungslos alimentiern ließ, wer links-rot-grün versifft sich wohlig und warm ein Leben lang eingerichtet hat, der denkt und dichtet so:

Alter Soldat, du hast deine Welt,
alter Soldat, nach rechtsaußen gestellt,....

Als mit meiner Rente wieder Zeit zum Denken und Forschen blieb, wurde es mir immer klarer: Buntschland hatte sich weit, weit nach links verrückt, mit Genderprofessor*ixen, mit Verfolgung anderer Ansichten als den medial, politisch, kulturell und klerikal korrekten Meinungen, mit immer unverschämteren Forderungen von Randgruppen.

Nachdem eigene Arbeit mich nicht mehr entlohnte, müssen andere mich versorgen. Geld wächst nicht auf Bäumen, Menschen müssen arbeiten. Wer durch Drittwelt-Länder wie Indien oder Marokko unter einfachen, schwierigen Bedingungen reist, bekommt Not und Elend der Menschen mit. Arme Menschen müssen ohne staatliches Hartz-Grundeinkommen um ihr Überleben kämpfen. Wie und wie lange sollen Steuerzahler in  Buntschland etwa 50.000 Euro pro Jahr und Flüchtling stemmen? Es wird nicht gehen, wir werden sehen. Manche Professoren berechnen die langfristigen Kosten pro Flüchtling auf 450.000 Euro.

Alexandropouli - Cannakkale




Dies Blümchen stellte mir meine Frau bei der Abreise ins Auto. Es kämpft mit immer neuen Blüten um sein zähes Leben, jetzt in der sechsten Woche mehr als 2500 Kilometer von daheim. Die einsame Blüte symbolisiert den zähen Lebenskampf gegen widrige Umstände: Fremde Sprachen, schlechte Straßen, Kälte und Regen wie im kroatischen Omis, Hitze und Hetze bei staubigen Stadtdurchfahrten, von Moskau bis Marrakesh, von Kavala bis Canakkale. In Indien 1976 auf ebenso einsamer Fahrt wie heute, damals mit öffentlichen Verkehrsmittel wie Zügen, Bussen, erschöpft auf einem Eselkarren oder auf einem gemieteten Fahrrad, damals ging es Monate lang zum und durch den riesigen Subkontinent Indien - alles auf dem Landweg. Damals konnten Touristen ihren Weg noch durch die Türkein, den Iran, Afghanistan, Pakistan bis nach Indien wagen. Damals kam mir das Lied in den Sinn, was mich bis heute begleitet. Das Lied "Alter Soldat".

alter soldat liebst die mädchen wie stroh
 brennst für sie feuerflamm lichterloh
 alter soldat liebst den schnaps und den rauch
 und weißt dir zu füllen genüßlich den bauch.



Im Alter schwinden die Kräfte, Wohlstand und Komfort sind gestiegen. Die Bedürfnisse nach "Schnaps, Rauch, Mädchen" haben sich erledigt. Mein 3,5-Tonner schaukelt mich angenehm durch die aufblühende Frühlingslandschaft. Die griechische türkische Grenze trennt Welten. Die letzte Kirche vor der türkischen Grenze erinnert daran.


Das Land der Minarette und Moscheen beginnt. Das Land mit haushohen Fahnenstangen und Fahnen, höher und größer als die Autobahnreklamen von McDonalds, das Land, das jeden Grabstein auf dem ersten Soldatenfriedhof an den Dardanellen mit einer Nationalflagge schmückt, wo Straßenzüge alle paar Meter beflaggt sind mit Halbmond und Stern auf rotem Tuch.


Die Grenzformalitäten sind locker. Pass, Grüne Versicherungskarte und Zulassungsschein reichen. Der Grenzer fragt:
"Wie lange wollen Sie bleiben?"
"Ein, zwei Monate, meine Frau erwartet mich daheim."
"Ich gebe Ihnen drei, denken Sie daran und jetzt komme ich ins Auto. Ich muss in die Schränke sehen."

Die Treppe vor der Beifahrertür fährt herunter. Der Grenzer kommt auf die erste, die zweite Stufe und fragt:
"Darf ich mit Schuhen hier rein?"
Die Russen sind mit ihren schweren Soldatenstiefeln ohne zu fragen mehrmals durch den engen Innengang getrampelt. Meine gerunzelten Augenbrauchen mit dem Aufziehen von zwei Schubladen reichen dem türkischen Grenzer, er lässt mich fahren.


Eine wundervolle, vierspurige Autobahn über ein blühendes Land bringt mich schnell voran. Die bald 200 Kilometer plus Grenzübertritt sind leicht zu schaffen. Die gelben Rapsfelder kontrastieren gegen das blaue Meer und den blauen Himmel. Durch die Dardanellen winden sich große Frachtschiffe.


Eine schon vor 20 Kilometern groß angekündigte Shell-Tankstelle mit Restaurant und Moschee lässt mich aus vielen Töpfen eine vegetarische Mahlzeit wählen. Zur Mittagszeit ist das Camp-Hotel in Kabatepe erreicht.




Das wäre ein Traumplatz für meinen Wisch- und Waschbären daheim! Das erste Mal nach sechseinhalb Wochen lüften Schlafsack, Daunendecke, Laken und die Matrazen in der türkischen Frühlingssonne. Wolken von Staub lassen sich aus den Matrazen klopfen. Berge von Sand lassen sich aus den Laken schütteln.


Aus den Kiefernwäldern fließt ein Bach ins Meer, grünlich, halb klar. Schildkröten tummeln sich in der Suppe und paddeln mit vier Pfoten voran, tauchen gelegentlich ab und mit feuchten Schnauzen wieder auf. Auf dem Stein vor der Ente sonnt sich eine Schildkröte.


Das Panzertier taucht auf und schaut sich um.



Der saubere Strand sieht aus wie im Reiseprospekt. Das grünlich schillernde Wasser ist kälter als in Griechenland. Die Duschen sind kalt. Die Küche steht voller Gerümpel.


Kabatepe: Ein wunderschöner, erholsamer Nachmittag an einem einsamen Platz. Am späten Nachmittag trudelt eine Horde Engländer ein. Ein Wohnmobil, zwei Wohnwagen mit Werbung vollgepappt "21 countries in 21 days" - Stress gnadenlos.





Gegenüber Alexandropouli mit seinen 15 Grad warmen Nächten ist es hier fünf Grad kälter. Der Körper genießt eine Zeit lang das Frösteln, dann schaufelt der Ventilator der Gasheizung wieder Warmluft an meinen Schreibtisch.

Prediger Pierre - deutscher Experte für koranische Kultur


Um mich auf koranische Kopftuchkultur vorzubereiten, hilft eine aktuelle Predigt von Pierre Vogel.




Der O-Ton von Pierres Predigt hinterlässt  selbst bei ausgewiesenen Atheisten einen großen Eindruck.


https://www.youtube.com/watch?v=7MexaeEM2C4
Pierre Vogel und die Kundgebung gegen die Anti-Kopftuch-Furien!

 Beeindruckende Predigt! Mir ist es schon im zarten Alter von 18 Jahren mit erster eigener Unterkunft als Student gelungen, mich von der damaligen Sekte meiner Eltern und Großeltern zu trennen. Mein Austritt aus der Kirche bestätigte mir das Amtsgericht Aachen 1966. Mein Versuch in der Bhagwan-Sekte demontierte, was der Meister versprach, meine Ego wie nach meiner ersten Indienreise 1976, bis auf das wirtschaftlich Niveau von Sozialhilfe. Die Erfahrungen machten mir allerdings auch klar, dass mit religiotischen Sektenprediger nicht zu diskutieren ist. Man lasse sie gefälligst in Ruhe und für die Gemeinschaft iher Gläubigen ihre Gebote umsetzen, ihre Gebete verrichten und gegebenfalls ihre Frauen gebären.

Augenscheinlich setzt die koranische Kultur am Beispiel des türkischen Präsidenten andere Schwerpunkte als beispielsweise das degenerierte Deutschland.  So ärgert sich anfangs der Tourist in der der Türkei, dass die Zensur den Zugriff auf die Universalbibliothek Wikipedia als Reiseführer verwehrt. Mozilla wie Internet Explorer melden Fehler:


Der Internetexplorer meldet einen Zertifikatsfehler:



Ein angefragter Experte wie weitere Recherche bestätigt meinen Verdacht:



Solange die Türken mir nicht den Ausgang versperren, lässt sich die ärgerliche Sperre umgehen. Denn Wiki ist mir ein unersetzlicher Reiseführer. Führer wie Erdogan, Trump und Putin geben ihrem Land Größe. Dazu gehört wohl, Kritik auszublenden. Wie blöd muss Buntschland werden, sich weiter zu verzwergen?


Wie die abbrechenden Seitenabrufe der türkischen Wiki zeigen, haben türkische Regierungstellen Wiki wirksam bekämpft. Mit der frei werdenden Energie widmen die Landsleute ihre Kraft ungeteilter dem Aufbau des Landes, wie zahlreiche Neubauten und gute Straßen beweisen.

Ausreise nach Asien




Auf den nächsten 55 Kilometer wirbt an den Dardanellen diese Fahne auf der Bergkuppe für die Nation. Vergleichbares war auf Berghügeln in Marokko zu sehen. Die Fähre für 60 Türkische Lira, etwa 12 Euro,  nimmt mir ein Stück der Wegstrecke ab.



Am Hafen der Autofähre nach Asien marschieren Kinder mit roten Wedeln in lockerer Ordnung zur Musik.


Die Reise über die Dardanellen bringt Fahrer und Gefährt nach Asien..



Vom Oberdeck noch ein Blick auf das "alte Europa" mit einem martialischen Denkmal.



Vom Schiff aus sieht man eine weitere Attraktion.


Das Tele zoomt noch dies "Bergbild" auf der europäischen Seite heran, dessen Bedeutung mir nicht klar ist.


Mein erstes Bild in Asien zeigt diesen prächtigen, sakralen Neubau bei Canakkale. Leider führt mich das Navi über furchtbare Seitenstraßen nach Troja.
.

Ein Gastwirt wirbt auf dem Weg mit einem großen hölzernen Pferd, das in Troja noch großer und schöner zu sehen sein wird. Mein Halt am Restaurant dokumentiert den herrlichen Blick über die Einfahrt in die Dardanellen.


Die Kriegslist des trojanischen Pferdes ist in den Wortschatz eingegangen.




Eine "Pension Troja" mit einer Wiese für Camper bietet mir Unterkunft mit Strom, WiFi und einer heißen Dusche, mehr ist nicht nötig. Meine letzten drei Kartoffeln mit letztem Zaziki und letzten Oliven aus Griechenland stärken mich vor der Besichtigung der Kultstätte, die Schliemann ausgebuddelt hat.


Busladungen von chinesischen Touristen schieben sich über das Gelände. Dreisprachige Tafeln geben genaue Auskunft über Zeit und Herkunft der Monumente und über ihre Entdeckung.Wiki berichtet dazu:

 Der Hügel besteht jedoch aus vielen Siedlungsschichten, die aus einem Zeitraum von mindestens 3500 Jahren stammen. Welche Schicht mit dem von Homer beschriebenen Troja übereinstimmt, konnte bisher nicht geklärt werden. Auch die Frage, ob es einen Trojanischen Krieg zwischen Griechen und Trojanern gegeben hat, ist nach wie vor umstritten.

Für mich als Laien erinnern die Meter dicken Festungsmauern an Soldaten, Kampf und Krieg und eine weitere Strophe meiner ersten Indienreise von 1976.

alter soldat kennst den morphium Jack
 kennst jed' sündenpfuhl und den eitrigen dreck
 alter soldat deine liebst hast du nicht
  das alter soldat sei dein strafgericht!


Eine unsinnige Unterscheidung auf meinem Weg wie "rechts, links, geradeaus", wichtig ist: Es geht nach Haus, zumindest in meine Plastiktonne auf Rädern.



Mein Camp an der Pension Troja gehört zu einem Dorf, das auf mich malerischer wirkt als die ehrwürdigen Ruinen und keine 25 TL (fünf Euro) Eintritt kostet.. Die Druckkammerlautsprecher der Moschee haben mich schon zum Mittagsgebet beschallt. Ob sich im Dorf meine Lebensmittelvorräte auffüllen lassen, ist noch nicht klar. Ja, es gab ein Brot für mein Frühstück für eine türkische Lira. Ja, um 5.24 Uhr in der Früh erschallte die Stimme des Muezzins vom Turm der Moschee.


Die Ruinen von Troja, das ruhige Platz "Pension Troja" gefallen mir gut. So lässt sich die weitere Rentnerreise in Ruhe planen und ausgeruht angehen. Auf halber Strecke wäre ein erstes Camp am Meer, nach 200 Kilometer eine weitere Attraktion aus dem Altertum zu erreichen.


Von Bergama berichtet Wiki:

Bergama (lateinisch Pergamum, griechisch Pergamon) ist eine Kreisstadt der Provinz Izmir nahe der Westküste Kleinasiens in der heutigen Türkei. Nach einer Gebietsreform ist die Stadt einwohner- und flächenmäßig identisch mit dem Landkreis. In der Antike befand sich hier die Stadt Pergamon, im Hellenismus die Hauptstadt des Reichs der Attaliden, das sich über große Teile des westlichen Kleinasiens erstreckte. Deren Ruinen sind Forschungsgegenstand von Ausgrabungen des Deutschen Archäologischen Instituts.


Mein Bruder reiste 1984 durch dies herrliche Land und erklärt mir hier und heute per Skype mit den Bildern seines Blogs, was unbedingt sehenswert sei.


Mein Bruder verbrachte im Alter von 35 Jahren mit Frau und  Sohn unvergessliche Sommerferien in Alanya. Viel hat sich seitdem geändert, doch einiges erinnert an alte Zeiten. Während er mir per Skype die Bilder seines eindrucksvollen Blogs näher bringt, hört er daheim über Skype den Muezzin der hiesigen Moschee. Er fühlt sich gleich wieder heimisch in seinem geliebten türkischen Reiseland. Ob für Menschen, die in Buntschland länger schon leben, der Gebetsruf des Muezzins in nächster Nachbarschaft bald ebenso heimisch klingt? Man kann sich an alles gewöhnen und wird es wohl auch.

Mein Bruder hat für seinen Blog seine Reisedias vom August 1984 digitalisieren lassen und im November 20 Jahre später im Internet publiziert.




Mittlerweile hat sich viel geändert. So entsteht gegenüber der Pension Troja ein neues archäologische Museum. Die Dorfstraßen werden aufgerissen, Wasserleitungen werden verlegt. Sicher sind die Wege durch das Dorf eines fernen Tages asphaltiert.




Derzeit treibt der Hirte seine Herde noch auf festgefahrenem Lehm der Dorfstraße zum Melken heim. Für mich ist jeder hier ausgegebene Euro gut angelegtes Geld.


Von Prediger Pierre, von Facebooks und Pirinccis Polit-Poesie


Pierre predigt im Auftrag des Propheten. Pubertierende Mädchen hätten ab 14 Jahren ihren Haarschmuck per Kopftuch vor sündigen Männerblicken und Gedanken zu verbergen. Das dürften klagende Metoo-Opfer mit erbarmungswürdigen Erfahrungen unter mächtigen Lüstlingen begrüßen. Sofern Prediger Zucht und Sitten stärken, wird mannhafte Wehrkraft gebärfreudige Frauen verteidigen - zum Wohle von Nation und Vaterland. Muslimische Macht und Manneskraft wird Buntschlands Blödheit und winselndes Wehklagen bald durch Lust- und Schmerzensschreie befruchtbereiter und gebärender Reproduzent*Innen überwinden und der deutsch-türkischen Nation zu neuem Stolz und alter Größe verhelfen. Dies zauberhafte Ziel  lässt sich leicht aus Pierres Predigten prophezeien. Ungläubige dürften wohl weiter sagen, was sie meinen, schließen sich damit von den Beziehungsgeflechten der Rechtgläubigen aus. Man darf sagen, was man will, wird dafür aus der Gemeinschaft der Rechtgläubigen ausgestoßen.
 
Facebook führt das Verfahren derzeit beispielhaft mit neuen Nutzungsbedingungen vor.




Niemand muss das annehmen, niemand muss das wollen. Wer neue Nutzerbedingungen nicht annimmt, dem weist Facebook die Tür. Der Verbannte darf eine Kopie seiner Daten sogar mitnehmen.



Sokrates wollte Land und Leute nicht verlassen. Außerhalb Athens wären die Menschen auch nicht anders als daheim. Sokrates hätte zwar gehen oder schweigen können, doch beides wollte der Starrkopf nicht. So trank er das gebotene Gift, starb und sah nie, wie herrlich er im Exil wie der Türkei hätte leben können.

Dabei ist es so leicht rechtgläubig zu konvertieren. Einfach bezeugen, dass es nur einen Gott gibt und seinen Propheten, Gebet- und die Fastenzeiten einhalten und nach Mekka pilgern. Mit größerer Zahl konvertierter Köpfe werden die Sitten strenger im Land. Schon hört man von rauen Rüpeln, die Bikinimädchen am Baggersee bedrohen: "Zieht euch was an ihr Schlampen, oder wir vergewaltigen euch!" Man sieht Videos wie vom tätowierten Muskelmann, der junge Mädchen auf ihrer Bank in der S-Bahn anpöbelt: "Macht Platz oder wollt ihr Ärger?" Doch demütig huschende Kopftuchtanten mit gesenkten Blicken im öffentlichen Raum dürfen sich sicherer fühlen.

An meinen ersten drei, vier Tagen hier in der Türkei ist "Kopftuch" kein Thema. Hier sind mir bislang mehr junge Mädchen und Frauen aufgefallen, die stolz und offen ihre meist schwarzhaarigen Mähnen zeigen, als in muslimischen Ghettos in Buntschland. In Blöd- und Buntschland verkaufen parteiliche Presstituierte sich als Träger von Meinungs- und Religionsfreiheit. Eindeutig "böse" hingegen schrei(b)t dagegen der für mich größte deutsche, lebende Dichter, mächtig unserer schönen Sprache - doch türkisch verwurzelt und verwandt. Bühne frei für Pirincci, den Großen!

   


Als Tourist, gleichsam als zahlender Asylant in der Türkei, käme es mir wie eine Vertreibung aus dem Paradies vor, Blöd- und Buntschlands mediale Schimpf- und Schand-Seiten nur anzuklicken, auf deren Autor*Innen sich Pirincci stürzt wie ein Falke auf ein Mäuschen. So jagt Pirincci Beute wie bei BENTO, der Kinderbeilage von SPIEGEL ONLINE, diesmal erledigt Pirincci eine ZEIT-Arbeit mit dem Video der Islam-Wissenschaftlerin Juliane Kanitz. "Herr, schmeiß Hirn vom Himmel" - möchte man flehen, wenn man die  Dame im ZEIT-Video mit ihren Patschpfötchen uns so handgreiflich erklärt, wie Blödschlands Mütter ihre Töchter auf den sexuellen Konkurrenzkampf um den potentesten Befruchter vorbereiten.




Diese verdorbene Unsitte, dass Buntschlands Blödchen arschwackelnd, Hüften schwenkend über Bretter, die die Welt bedeuten stöckeln, sich geifernde Greise vorm Großbildschirm an ihrem Gegackere aufgeilen in Shows wie "Deutschland sucht den Superstar", dass alles und noch viel mehr zeigt und bezeugt die westliche Verderbtheit, welche in Buntschlands Mütter ihren zartesten Kindchen mit durchstochenen Ohrläppchen und Badebikinis für Dreijährige zumuten. Pirincci stürzt sich auf das Zitat, was die Islamwissenschaftler*In zum Besten gibt und stellt es fett in seiner Reszension heraus.




:Nein, Premiumpöbler Pirincci, auch wenn Dich Deine Eltern aus Anatolien nach Blöd-Buntschland als prächtigen Burschen importiert haben und Du bis heute nicht begreifen kannst, dass Du alsbald stolz mit einem Kinderfahrrad protzen konntest, wovon Deine Spielkameraden daheim nicht einmal träumen konnten, so haben Dich Blöd-Buntschlands sittenlose Verderbtheit vollkommen verzogen!

Richtig hingegen, politisch und religiös korrekt, ist die bekopftuchte Kinderschöne aus ihrer behüteten Kindheit unter Aufsicht ihrer sittenstrengen Kopftuchtanten direkt noch Köln einzufliegen und ihrem versprochenen Befruchter und Begatter nach prächtiger Hochzeit zuzuführen und von da an alle Jahre wieder ihrem Herrn und Gebieter zu ihrer und aller Freude fantastischer Fruchtbarkeit ein Kindlein zu gebären, möglichst einen Knaben natürlich. Doch Spuren seiner anerzogenen Basar- und Händlermentalität hat sich Pirincci wohl doch noch bewahrt. Jetzt geht es nicht mehr um ein Kinderfahrrad, jetzt will Pirincci auf Besserem rumreiten. So gesteht Pirincci öffentlich bei Facebook, dass er die Tantiemen aus seinen Schund- und Schrottschriften diesmal nicht an die Steuer- und Staatskasse wegen Beleidigungsprozessen abdrückt, sondern er sich seine Freundin zurückkauft. Wer sie zwischenzeitlich belegte, verschweigt des Sängers Höflichkeit.



Lassen wir Themen wie Pirincci und Kopftücher, es macht mir Magenschmerzen! Doch dass Pirincci auf verlorenem Posten gegen Blöd-Buntschlands Bekehrung zum Gottesstaat der Rechtgläubigen aufsteht und schrei(b)t, bringt ihm als verwegenem Kämpfer zumindest meine Schriftspende ein. Als Tourist in der Türkei werden mir beim Anblick wunderbarer, weichhaariger, wohlgeformter Mädchen in engen Hosen und bei meinem Tee in Stuben voller friedlicher, fröhlicher Männer Sinn und Zweck disziplinierender koranischer Gebete in zahllosen Moscheen zu den ausgerufenen Zeiten klar.   



Doch zumindest ist mein Versuch es wert, Pirincci einmal gehörig die Meinung zu schreiben. Doch ob er Kritik verträgt, ist eine ganz andere Frage!
 

Mein türkisches Asyl

Gesund, Geld und gute Laune: Meine dritte Nacht in der Türkei unter Palmen mit dem Meer vor der Tür zeigt mir immer schönere und preiswertere Plätze: Camp Altin.



Die halbe Wegstrecke führte über eine perfekte Autobahn bis zu einem Bergdurchbruch, dessen Tunnel noch in Arbeit ist. Weiter schraubte sich die alte Küstenstraße auf 350 Meter Höhe hoch, dann ans Meer zurück. Ein Halt mit Bergblick, ein anderer Halt für wichtigste Einkäufe.


Durch grüne, buschige Hügel schlängelt sich die Straße, auf der auch Sattelschlepper sich voran kämpfen. Häufig schweift der Blick über das Meer und vorgelagerte Insel - traumhaft. Doch der Verkehr fordert alle Aufmerksamkeit.

Leider blieb das Stiefmütterchen, was mir meine Frau bei der Abfahrt in den Wagen stellte, vergessen auf dem Rasen der Pension Troya zurück. Es erinnert mich an die letzte Strophe meines Liedes.


alter soldat kennst den morphium Jack
 kennst jed' sündenpfuhl und den eitrigen dreck
 alter soldat deine liebst hast du nicht
  das alter soldat sei dein strafgericht!

Doch 1976 hatte meine verehrte Dame ein hoffnungsvolleres Verhältnis begonnen als mit einem in Buchstaben fantasierenden Indienreisenden. Heute hält mir meine Frau daheim den Rücken frei, freut sich auf den nächst neuen Blog, auf unsere abendliche Unterhaltung auf Skype, auf glückliche Heimkehr, wenn sie nicht im Flugzeug nachkommt..


Beschwingt lässt sich mit Rückenwind der Radweg in das touristisch erschlossene, nächste Dorf radeln, wo es noch keine Betonbettenburgen gibt.


Neben dem Flügelpferd finden die griechischen Säulen kaum mehr Beachtung.


 Ören heisst das nächste Dorf keine zwei Kilometer vom Camp.



Dort gibt es neben einer Reihe von Bankomaten alle Herrlichkeiten dieser türkischen Erde und des Meeres.


Aus Autowracks wurde dieser Pferdewagen kunstvoll recycelt.


Ob Pferd und Kutscher immer satt werden, fragt man sich bei der Fuhre.



Der Chronist belohnt seinen fertigen Blog mit Salat, Ayran, Kuchen und einem Tee.
 





Nach dem Sonnenuntergang ruft meine Frau an per Skype.



Gute Nacht!
zurück


Wer virtuell mitfahren und aktuelle Links im Postfach bestellen will, einfach eine Mail ohne Text und Betreff an

n0by-subscribe@yahoogroups.com


:-)

1 Kommentar:

Markus Anderwald hat gesagt…

Pierre boxt fuer den BND, auch eine Moeglichkeit.